Expertentipp
Kinderschlafsäcke
Auch bei Kinderschlafsäcken gilt: Der Schlafsack muss passen, damit er angemessen gegen Kälte isolieren kann. Nicht nur die Länge muss stimmen, sondern auch der Umfang. Daher kann ich die Notlösung, einen Erwachsenenschlafsack einfach am Fußende abzubinden, auch nur sehr bedingt empfehlen. Spezielle Kinderschlafsäcke sind in ihrer Wärmeleistung und in ihrem Schnitt nicht nur auf die Körperlänge abgestimmt, sondern auch auf den Umfang. Da Kinder ohnehin meist empfindlicher auf Kälte reagieren als Erwachsene, ist es wichtig, dass nicht ein zu großes Innenvolumen des Schlafsacks dem Körper die Energie entzieht. Unsere Kinderschlafsäcke sind übrigens mit pflegeleichten und Nässe-unempfindlichen Kunstfaserwattierungen isoliert. Isabel & William tapir Leipzig
Schlafsack Info
Außen- und Innenmaterialien
Als Außenmaterial werden daunen- und faserdichte Nylon- und Polyestergewebe verarbeitet. Mikrofasern, Ultrasoft, Ultralight, Texped, Microlite XP, Summit N190, Pertex Chainlink und Firestorm) sind besonders eng gewebt und dadurch winddicht. Drylite Loft ist zudem noch mikroporös beschichtet und deshalb stark Wasser abweisend. Welches Innenmaterial Sie bevorzugen, ist oft Gefühlssache. Nylonmaterialien haben allerdings deutliche Vorteile gegenüber Baumwollbzw. Viskosemischgeweben (Gewicht, Packmaß ,Hygiene). Wer trotzdem Naturfasern auf der Haut bevorzugt, sollte ein Inlett aus Baumwolle oder Seide benutzen.
Formen
Bei der Schlafsackform stehen Sie vor der Entscheidung, die "ökonomischere" Mumienform oder die "bequemere" Deckenform zu wählen. Ein Mumienschlafsack ist bei gleicher Wärmeleistung deutlich leichter und kleiner im Packmaß. Nehmen Sie Abschied von der Vorstellung, einen wirklich warmen Deckenschlafsack zu finden. Da der Deckenschlafsack hauptsächlich im Fuß- und Beinbereich mehr Platz bietet, bekommen Sie schneller kalte Füße. Eine gute Alternative stellen auch Mumienschlafsäcke mit eingebauter Erweiterung dar, die Ihnen die Möglichkeit eröffnet, den Umfang des Schlafsacks um bis zu 20cm zu vergrößern.
Temperaturangaben: Norm EN 13537: 2002
Damit Schlafsäcke in Zukunft noch besser vergleichbar werden, gibt es die Europäische Norm EN 13537:2002. Diese legt die Anforderungen an Schlafsäcke fest (Kennzeichnung, Reißfestigkeit, Füllung, Wasseraufnahme, Temperaturangaben usw.). Die früheren Temperaturangaben der Hersteller wurden nach sehr unterschiedlichen Kriterien ermittelt, was eine Vergleichbarkeit schwierig machte. Seit 2004 werden die Angaben der Hersteller durch standardisierte Messverfahren ermittelt und somit vergleichbar. Da wir die Interpretation der neuen Norm vom Schlafsackspezialisten Ajungilak für sehr gelungen halten, haben wir die Temperaturdefinitionen und Temperaturbalken in Anlehnung an das Ajungilaksystem als Finnmarkstandard übernommen. Für alle diejenigen, die sich noch eingehender mit dem Thema auseinandersetzen wollen, empfehlen wir:www.ajungilak.no (downloads-sleep well)
die nach Norm ermittelten Temperaturbereiche:
In dem roten Temperaturbereich (siehe Temperaturbalken an den Schlafsäcken) fühlen sich auch unerfahrene
Schlafsackbenutzer jederzeit wohl. Der gelbe Übergangsbereich bedeutet: erfahrene Benutzer
passen sich mit ihrem Verhalten und mit Kleidung den kalten Bedingungen an. Dabei zeigt die EN-Norm
unterschiedliche Werte für Frauen und Männer.
Die Unterschreitung der Extremtemperatur stellt eine Gefährdung mit möglicher Todesfolge dar. Eine individuelle Interpretation je nach Einsatz ist aber sehr ratsam. Wir stehen ihnen gerne mit unserer langjährigen Erfahrung zur Verfügung.
- Komforttemperatur female:
- Untere Grenze des Komforttemperaturbereichs, bis zu der sich eine erfahrene Benutzerin eines Schlafsackes in entspannter Körperhaltung, z.B. auf dem Rücken liegend, mit ihrem gesamten Körper im thermischen Gleichgewicht befindet und gerade noch nicht friert (bezogen auf eine Standard-Frau unter genormten Einsatzbedingungen).
- Grenztemperatur male:
- Untere Temperaturgrenze, bei der sich ein erfahrener Benutzer eines Schlafsacks in zusammengerollter Körperhaltung mit seinem gesamten Körper im thermischen Gleichgewicht befindet und gerade noch nicht friert (bezogen auf einen Standard-Mann unter genormten Einsatzbedingungen).
- Extremtemperatur
- Unterer Extremwert der Temperatur, bei dem das Risiko von Gesundheitsschäden durch Hypothermie (Unterkühlung) besteht (bezogen auf eine Standard-Frau unter genormten Einsatzbedingungen).
